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In einem Spiel voller Wendungen hat der SC Freiburg am Dienstagabend 3:3 (1:1) bei Eintracht Frankfurt gespielt. Die Freiburger Führung durch Vincenzo Grifo (28.) glich André Silva noch vor der Pause aus (35.). In der zweiten Halbzeit legte der Sport-Club mit einem Doppelschlag durch Nils Petersen (67.) und Lucas Höler (69.) nach, konnte die Führung aber nicht über die Zeit bringen. Daichi Kamada (79.) und Timothy Chandler (82.) trafen spät für die Eintracht. 

 

Drei Tage nach dem ersten Heimspiel ohne Stadionzuschauer gegen Werder Bremen war der Sport-Club in der zweiten Partie der Englischen Woche zu seinem ersten Flutlicht-Geisterspiel in der Vereinshistorie bei Eintracht Frankfurt zu Gast. Besser abschließen, das war in der Commerzbank-Arena nach der knappen Heimniederlage gegen die Hanseaten ein Ziel, sowohl was die Chancenverwertung als auch das Endresultat betraf.

 

Waldschmidt zurück, auch Abrashi beginnt

 

Letzteres peilten auch die Hessen nach dem 2:5 bei Bayern München an, der fünften Frankfurter Bundesliga-Niederlage in Folge. Am Ende einer abwechslungsreichen und aufregenden Partie konnten beide Teams deshalb mit dem Erreichten zufrieden sein - wenn auch vielleicht doch nicht ganz. „Wenn wir 3:1 führen, haben wir normalerweise die Qualität, die Punkte auch mitzunehmen", sagte Nils Petersen, der seinen ersten Treffer seit dem Rückrundenstart in Mainz erzielte, nach der Partie. „Aber es waren auch viele Hochkaräter für Frankfurt dabei, von daher nehmen wir auch gerne den einen Punkt."

 

Beim Sport-Club rückte der gegen Leipzig und Bremen angeschlagen fehlende Luca Waldschmidt zunächst für Petersen in die Startelf. Dazu gab es einen zweiten Wechsel im defensiven Mittelfeld. Für Janik Haberer (Fußprellung) begann Amir Abrashi. Robin Koch, dessen Einsatz ebenfalls fraglich gewesen war, konnte dagegen auflaufen und besetzte wie im letzten Spiel eine der beiden Innenverteidiger-Positionen. Wie vor drei Tagen begann der SC in einer 4-4-2-Formation.

 

Der Frankfurter Trainer Adi Hütter schickte seine Mannschaft diesmal in einer variablen 4-3-3-Ausrichtung in die Partie. Mit Makoto Hasebe, Daichi Kamada, Bas Dost und Lucas Torró standen vier neue Akteure in der Anfangsformation. Entsprechend den eigenen Vorsätzen begann der SC offensiv und trotz der nur kurzen Pause seit der letzten Partie mit spielerischer Frische. Waldschmidt prüfte Torwart Kevin Trapp schon nach zwei Minuten mit dem ersten Torschuss. Roland Sallai (14.) setzte den nächsten Versuch knapp über das Tor.

 

Grifo zur Führung, Ausgleich durch Silva

 

Die Gastgeber brauchten eine Weile, um ins Spiel zu kommen und waren anfangs vor allem mit der Verteidigung der schnellen SC-Konter beschäftigt. Die bis dahin gefährlichste Situation kombinierte sich nach 20 Minuten trotzdem die Eintracht heraus. Nach einem Zuspiel von Sebastian Rode setzte Dost den Ball nur knapp am langen Pfosten vorbei. Einige Minuten später klappte es beim Sport-Club dann wieder mit einem erfolgreichen Abschluss aus dem Spiel heraus. Waldschmdit bediente Vincenzo Grifo mit einem Pass in den Strafraum, und der noch von Hasebe abgefälschte Schuss des italienischen Nationalspielers senkte sich hinter Trapp zur SC-Führung ins Tor (28.).

 

Das diese nur sieben Minuten Bestand hatte, lag nicht nur an allmählich druckvoller auftretenden Frankfurtern, sondern auch an einer etwas unglücklichen Verkettung. Als Kamada nach einem Pass von Filip Kostic in den Strafraum zog, rutsche Gegenspieler Abrashi aus. Den Schuss des Japaners konnte Alexander Schwolow zwar abwehren, aber der Ball prallte vom Rücken von Koch in Richtung André Silva, und der Portugiese köpfte aus kurzer Distanz zum Ausgleich ein (37.).

 

Nachdem Grifo unmittelbar darauf mit einem Distanzschuss das Tor verfehlt hatte, stand in den letzten Minuten der ersten Hälfte erneut Schwolow im Blickpunkt. Der SC-Keeper wehrte sowohl einen Schrägschuss von Kostic (40.) als auch einen Flachschuss von Kamada (43.) reaktionsschnell ab.

 

Schwolow glänzt, Petersen und Höler mit Doppelschlag

 

Nach der Pause legte die zuvor schon unterhaltsame Begegnung weiter an Tempo und schließlich auch an Dramatik zu. Silva verpasste nach dem Wiederbeginn erneut knapp für die druckvoll weiterspielenden Frankfurter, die zu den nächsten hochkarätigen Chancen kamen. Schwolow parierte ein weiteres Mal glänzend gegen den frei vor ihm aufgetauchten Kamada (53.). Silva setzte einen Kopfballaufsetzer aus bester Position vorbei, und einen Schuss von Hinteregger wehrte wieder Schwolow ab.

 

Christian Streich reagierte auf die anhaltende Drangphase der Hessen nach einer Stunde mit einem Doppelwechsel und einer taktischen Umstellung auf die Dreier- beziehungsweise Fünferabwehrkette. Petersen und Lienhart kamen für Waldschmidt und Sallai in die Partie, die kurz danach eine erste unverhoffte Wendung nahm. Möglich machte dies freilich zuvor erneut Schwolow, der auch gegen Dost (64.) per Fußabwehr klärte und eine Rückstand verhinderte. Den Abpraller bugsierte Silva über das Tor.

 

Die Führung für Frankfurt wäre durchaus verdient gewesen - aber stattdessen jubelten wenig später die Freiburger, und das sogar zweimal. Nach einem präzise in den Strafraum gezogenen Freistoß von Christian Günter erzielte Petersen (67.) mit einem platzierten Kopfball die zu diesem Zeitpunkt überraschende Führung für den SC. Und nur zwei Minuten später gelang Lucas Höler (69.) nach einem schönen Diagonalpass von Grifo und mit einem abgeklärten Abschluss an Trapp vorbei sogar das 3:1 für den Sport-Club.

 

Gastgeber schlagen noch mal doppelt zurück

 

Die erhoffte Vorentscheidung war dies aber leider nicht. Die Eintracht versuchte wieder heranzukommen, setzte den SC von Neuem unter Druck und hatte schließlich ihrerseits noch einen effektiven Joker in der Hinterhand.

 

Nachdem Schwolow gerade gegen Gacinovic gerettet hatte, klärte Koch den Ball gegen Kamada nicht entschlossen genug. Der Japaner profitierte vom Freiburger Fehler und verkürzte aus wenigen Metern (79.). Drei Minuten später hatten auch die Gastgeber ihren Doppelschlag hingelegt. Der unmittelbar zuvor eingewechselte Timothy Chandler schoss, vergeblich bedrängt von Günter, eine Flanke von Kostic per Direktabnahme und mit seiner ersten Ballberührung zum erneuten Ausgleich und zum Endstand ein.

 

Nach turbulenter Partie wartet jetzt Leverkusen

 

„Es war ein verrücktes Spiel", sagte Christian Streich. „Wenn du 3:1 führst, musst du eigentlich die Punkte mit nach Hause nehmen. Trotzdem müssen wir am Ende angesichts der vielen Frankfurter Chancen auch sagen, dass es ein glücklicher Punkt war." Und dazu einer, den Alexander Schwolow (Streich: „Er war der beste Mann bei uns und hat herausragend gehalten") auch in der Schlussphase mit weiteren Paraden gegen Dominik Kohr und Kamada entscheidend sichern half. Trotzdem, so der SC-Coach, "müssen wir insgesamt als Mannschaft kompakter auftreten und dürfen nicht so viele Chancen zulassen."

 

Immerhin verbuchte der Sport-Club in Hessen den bereits zweiten Auswärtszäher nach dem Liga-Wiederbeginn. Zuhause wartet nun wiederum nur drei Tage später die letzte Begegnung der Englischen Woche. Erneut zu einem Abendspiel empfängt der SC Freiburg am Freitag (29. Mai, 20.30 Uhr) im Schwarzwald-Stadion Bayer 04 Leverkusen.

 

Dirk Rohde